Kurzinhalt: Dieses Kapitel beschreibt den so genannten Erleuchtungsgeist - den Wunsch, zum Wohle aller Wesen Erleuchtung zu erlangen.

 
"Ein großes Herz,
aber Überblick und Weisheit fehlen..."

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   Der Wunsch nach Erleuchtung zum
       Wohle aller

   Erleuchtungsgeist des Strebens und
       Handelns

   Der letztendliche Erleuchtungsgeist


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Im Mittelpunkt des Großen Weges steht der Erleuchtungsgeist (skt.: bodhicitta), der Wunsch, zum Wohle aller Wesen die Erleuchtung zu erreichen. Diese Einstellung beruht auf der Einsicht, dass - objektiv betrachtet - kein überzeugender Grund zu finden ist, warum das eigene Glück bedeutender wäre als das Glück anderer Wesen. Im Gegenteil, man ist ja selbst nur eine einzelne Person, während zahllose andere Wesen ebenfalls Glück erlangen wollen. Erkennt man im Verlauf des buddhistischen Weges die Natur des eigenen Geistes mehr und mehr, so entfalten sich das Mitgefühl und die Fähigkeiten, anderen zu helfen, ganz natürlich. Diese Einstellung macht sowohl die Meditationspraxis als auch das Handeln im Alltag sehr kraftvoll. Jede Tat wird zur Handlung eines Bodhisattvas ("Held des Erleuchtungsgeistes") und damit zu einem Schritt auf dem Weg zur Erleuchtung.
 
 
 
"Greenpeace-Aktion"
- aus dem Unterrichtsmaterial
(im Download-PDF enthalten)



Der Erleuchtungsgeist des Strebens bezieht sich darauf, dass man sich geistig auf die Erleuchtung ausrichtet und den einmal gefassten Entschluss nicht wieder vergisst, sondern darauf achtet, kein Lebewesen aus dem eigenen Geist auszuschließen. Man versucht, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um diese innere Haltung zu stärken. Beim Erleuchtungsgeist der Anwendung geht es darum, dass sich diese Einstellung auch im konkreten Handeln, verdeutlicht an den Befreienden Handlungen (skt.: paramitas), ausdrückt. Wird diese mitfühlende Aktivität mit der Einsicht verbunden, dass Erleber, Erlebtes und Erleben - Subjekt, Objekt und Tat - nicht von einander zu trennen und Teile einer Ganzheit sind, dann wird jede Handlung in sich selbst befreiend.
   
 

Durch diese Verbindung von tatkräftigem Mitgefühl und überpersönlicher Weisheit wandelt sich der bewusst hervorgebrachte, bedingte Erleuchtungsgeist mehr und mehr in den letztendlichen Erleuchtungsgeist. Weisheit und Mitgefühl sind so natürlich geworden, dass jede Tat spontan und ohne die Vorstellung "ich tue etwas mit dir oder für dich" entsteht und zum Wohle anderer Wesen beiträgt.


Mitgefühl muss jedoch von Mitleid unterschieden werden. Leiden auch wir, wenn andere in Schwierigkeiten sind, dann berauben wir uns aller Möglichkeiten. Nur aus einer Lage der Kraft, des Überschusses und der Einsicht heraus, können wir anderen wirklich sinnvoll helfen.
 
 

Material:
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    Die 3 Wege  
Die 6 Befreienden Handlungen  


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