Kurzinhalt: Im Laufe der letzten 2.500 Jahre breitete sich der Buddhismus von Indien her über die verschiedenen asiatischen Länder aus. In Indien wurde er seit dem 11. Jh. jedoch von islamischen Eroberern zerstört, in Tibet später im 20. Jh. von den Chinesen. Bemerkenswert ist, dass der Buddhismus seit den 1960er Jahren besonders in den westlichen Ländern großen Anklang findet.

 
   Nordindien
   Südost- und Nordostasien
   Zerstörung des indischen Buddhismus
       durch Moslems

   Wie sich der Buddhismus weiter
       verbreitete

   Buddhismus im Westen


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  Vom historischen Buddha Shakyamuni, der vor etwas mehr als 2.500 Jahren lebte, existieren keine unmittelbaren schriftlichen Quellen. Seine Schüler behielten die Belehrungen im Gedächtnis und schrieben sie nach seinem Tod auf. Die buddhistische Geschichtsschreibung stützt sich deswegen sowohl auf Texte als auch auf mündliche Übertragungen.
 
 
 
"Indien"
- aus dem Unterrichtsmaterial
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Nach seiner Erleuchtung zog der Buddha 45 Jahre lang lehrend durch Nordindien. In den ersten Jahren lehrte er vor allem die grundlegenden Teile des Theravada, der die Befreiung von persönlichem Leid zum Ziel hat. Darauf baut die Lehre des Großen Weges auf, in dessen Mittelpunkt Mitgefühl und Weisheit stehen. Schließlich lehrte Buddha auch den Diamantweg, der direkt auf das Erkennen der Buddha-Natur abzielt.

Der Theravada-Buddhismus verbreitete sich in den folgenden Jahrhunderten in Indien und später bis weit über die Landesgrenzen hinaus nach Iran und Zentralasien. Im 1. Jh. n. Chr. kamen die Lehrreden des Großen Weges vermehrt nach Nordindien, wo sie vom 5. bis 8. Jh. ihre geistige Blütezeit erfuhren. Etwa zur selben Zeit wurde die buddhistische Lehre in Form des Diamantweg in Tibet bekannt.
   
 

 
"Sri Lanka"
- aus dem Unterrichtsmaterial
(im Download-PDF enthalten)




 
Im 11. und 12. Jh. n. Chr. festigte sich der Buddhismus in den südostasiatischen Ländern als Theravada ("südlicher Buddhismus"), und zwar in Sri Lanka, Thailand, Burma, teilweise Vietnam, Kambodscha, Laos, Indonesien und Bali. In den nördlich und östlich von Indien gelegenen Gebieten verbreitete sich der Große Weg und der Diamantweg ("nördlicher Buddhismus"). Diese waren China, Japan, Vietnam, Korea, Tibet und ab dem 15./16. Jh. auch die Mongolei.
        
 
 
 
"Thailand"
- aus dem Unterrichtsmaterial
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Das Ursprungsland verlor den Buddhismus jedoch in dieser Zeit. Um die Jahrtausendwende begannen islamische Aggressoren, Indien vom Nordwesten her nach und nach unter ihre Gewalt zu bringen. In Kaschmir wurde der Buddhismus bis 1.100 restlos zerstört. Lehrer und Praktizierende flohen nach Osten in die zentralindischen Ebenen oder über die Berge nach Tibet. Gut 100 Jahre später herrschten die Eroberer schließlich über ganz Indien. In der Endphase des indischen Buddhismus setzten die Lehrer alles daran, die buddhistische Lehre vollständig in jene Länder zu übertragen, die sich für die Lehre geöffnet hatten. So ging trotz des Wütens der islamischen Eroberer nichts verloren. Die verbrannten Bücher waren schon längst in viele Sprachen übersetzt und kursierten in weiten Teilen Asiens. In allen Ländern, die den Buddhismus aufnahmen, prägte dieser die Kultur für Jahrhunderte, wenn nicht für ein ganzes Jahrtausend, bis in unsere Zeit hinein (eine Ausnahme davon ist Indonesien, das im 14./15. Jh. ebenfalls in die Hände der Moslems fiel). So vereint der Buddhismus heute ein außerordentlich reichhaltiges Geistesleben aus zweieinhalb Jahrtausenden, aus so unterschiedlichen Kulturen wie z.B. dem antiken Indien, Japan,Tibet, China, Sri Lanka, Thailand oder der Mongolei.
       
 

 
"Japan"
- aus dem Unterrichtsmaterial
(im Download-PDF enthalten)



 
Der Buddhismus verbreitete sich nicht durch Missionieren, sondern wuchs dort, wo die Menschen dafür offen waren. Buddhas Geburt fiel bereits in eine ausgesprochen fruchtbare geistige Periode der indischen Kultur, die bestehende Traditionen infrage stellte, neue Wege ausprobierte und diskutierte. Nach Buddhas Tod verbreiteten seine Schüler die Lehre weiter. Die indische Klosteruniversität von Nalanda wurde für Jahrhunderte zum geistigen Zentrum der neuen Bewegung. Reisende Kaufleute brachten den Buddhismus in andere Länder, die daraufhin Gelehrte aus Indien einluden. Manchmal unterstützten Könige die neue Lehre, wie Ashoka in Indien, Trisong Detsen in Tibet oder auch der chinesische Kaiser. Ein weiterer wichtiger Faktor für die geografische Ausbreitung des Buddhismus über Indien hinaus war die Kodifizierung von buddhistischen Texten. So konnten sie die Grundlage für das Studium der buddhistischen Philosophie legen und weite Verbreitung finden.
       
 
 
 
"Zentrum Schwarzenberg"
- aus dem Unterrichtsmaterial
(im Download-PDF enthalten)




Mit dem 20. Jahrhundert setzte eine neue Phase buddhistischer Geschichte ein, die sich mit der Vertreibung der Lamas aus Tibet verstärkt hat: die Begegnung des Westens mit dem Buddhismus. Schon im 19. Jahrhundert, und vermehrt im 20. Jahrhundert, setzten sich britische, russische, deutsche und französische Gelehrte mit den buddhistischen Schriften auseinander. Ausgehend von akademischen Interessen, entdeckten die Europäer den Buddhismus schließlich auch als Lebensweg. Es entstanden die ersten buddhistischen Gemeinschaften in Europa. Mit dem geistigen Aufbruch der westlichen Welt in den 1960er Jahren begann eine verstärkte Suche nach Sinn und Orientierung, und die tiefgründigen Lehren des Buddhismus konnten auf viele Fragen eine Antwort geben. Inzwischen sind viele tausend Menschen im Westen zu Praktizierenden geworden und haben sich buddhistischen Gemeinschaften angeschlossen.

In Asien dagegen befindet sich die buddhistische Lehre heute fast überall auf dem Rückzug. Die Kultur Tibets wurde durch die Invasion Chinas in den 1950er und 1960er Jahren fast vollständig zerstört. Ganz offensichtlich ist zurzeit die größte geistige Offenheit für Buddhismus vor allem in der westlichen Welt zu finden. Es gibt sogar inzwischen Westler, die den Buddhismus wieder in die asiatischen Länder zurückbringen.
     
 

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